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Altersvorsorgedepot für Selbstständige 2027 – endlich staatlich gefördert vorsorgen
Kurz erklärt
Selbstständige sind ab 2027 erstmals unmittelbar förderberechtigt. Sie erhalten dieselben Zulagen wie Angestellte – bis zu 540 € Grundzulage und 300 € je Kind – plus den Steuervorteil über den Sonderausgabenabzug.
Für Selbstständige ist das Altersvorsorgedepot 2027 eine kleine Revolution: Zum ersten Mal können auch Selbstständige die staatliche Zulage zur geförderten privaten Altersvorsorge nutzen – bei der Riester-Rente waren sie bislang ausgeschlossen. Hier erfährst du, welche Förderung dir zusteht und wie viel es konkret bringt.
Was ist für Selbstständige neu ab 2027?
Die Riester-Förderung stand Selbstständigen ohne Rentenversicherungspflicht bisher nicht offen. Mit der Reform ändert sich das: Selbstständige mit Einkünften aus Gewerbebetrieb oder selbstständiger Arbeit (§ 15 bzw. § 18 EStG), die eine Steuererklärung abgeben, sind unmittelbar förderberechtigt.
Wie viel Förderung bekomme ich als Selbstständige:r?
Es gilt dieselbe beitragsproportionale Förderung wie für alle: 50 Prozent auf die ersten 360 €, 25 Prozent bis 1.800 € – maximal 540 € Grundzulage pro Jahr. Da du dein Einkommen als Selbstständige:r oft selbst steuerst, ist besonders der steuerliche Aspekt interessant: Deine Beiträge sind als Sonderausgaben absetzbar, und das Finanzamt wählt per Günstigerprüfung automatisch den für dich besseren Weg zwischen Zulage und Steuervorteil.
Beispielrechnung
Zahlst du als Selbstständige:r 1.800 € im Jahr ein, bekommst du die volle Grundzulage von 540 €. Liegt dein Steuersatz hoch, kann der Steuervorteil über die Günstigerprüfung sogar noch größer ausfallen. Deine persönliche Zahl siehst du oben im Rechner – er ist bereits auf den Status „Selbstständig“ voreingestellt.
Depot oder Versicherung – was passt zu Selbstständigen?
Viele Selbstständige schätzen Flexibilität und niedrige Kosten – dafür spricht ein Altersvorsorgedepot beim Neo-Broker (laufende Kosten nach aktueller Marktbeobachtung grob 0,2 %–0,5 % pro Jahr, keine gesetzliche Vorgabe, keine Garantie). Ein Wertpapierdepot bietet keine Kapitalgarantie: Kurse schwanken, Verluste bis hin zum Verlust eingezahlten Kapitals sind möglich. Wer dagegen eine planbare, lebenslang garantierte Rente möchte, ist mit einer klassischen Rentenversicherung besser bedient – die laufenden Kosten sind dort marktüblich und gesetzlich nicht gedeckelt. Gesetzlich vorgeschrieben ist nur der Effektivkosten-Deckel für das staatliche Standarddepot (1 % pro Jahr). Unser neutraler Vergleich hilft dir bei der Einordnung.
Dein Rechner, vorbelegt für Selbstständige
Die Angaben sind bereits mit einem typischen Beispiel für dich vorausgefüllt – du kannst sie jederzeit anpassen.
Deine Angaben
Alle Berechnungen laufen direkt in deinem Browser – deine Angaben werden nicht an einen Server übertragen.
Minimum = Mindestbeitrag für Förderung · Volle Zulage = Grundzulage voll ausgeschöpft (540 €) · Maximum = Höchstbeitrag.
1.200 € / Jahr
z. B. 1990 (1926–2011)
0 bis 10
Wird für die Steuerberechnung genutzt (Schätzung des zu versteuernden Einkommens).
Erweiterte Angaben (optional)
Das staatliche Standarddepot ist gesetzlich bei höchstens 1 % laufenden Kosten pro Jahr gedeckelt; Depots bei Neo-Brokern liegen oft bei etwa 0,2 % bis 0,5 %.
Falls bekannt: ersetzt die grobe Schätzung aus dem Bruttoeinkommen für ein genaueres Ergebnis.
Maximal geförderter Beitrag: 1.800 € / Jahr. Absoluter Höchstbeitrag (nur Steuerstundung darüber): 6.840 € / Jahr.
Deine jährliche Förderung
390 €
Das entspricht einer Förderquote von 32,5 % auf deinen Eigenbeitrag.
Du zahlst
1.200 €
Der Staat legt drauf
390 €
Insgesamt im Vertrag
1.590 €
Aufschlüsselung deiner Zulage
- Grundzulage390 €
- Kinderzulage (0 Kinder)0 €
- Berufseinsteigerbonus0 €
Günstigerprüfung: Zulage oder Steuervorteil?
Das Finanzamt prüft automatisch, welcher Weg für dich günstiger ist – du bekommst immer den besseren der beiden. Die Zulage fließt direkt in deinen Vertrag, ein höherer Steuervorteil wird über die Steuererklärung erstattet.
Für die Steuerberechnung wurde dein zu versteuerndes Einkommen grob aus deinem Bruttoeinkommen geschätzt (≈ 34.734 €). Für ein genaues Ergebnis trage dein zvE aus dem Steuerbescheid in den erweiterten Angaben ein.
Geschätztes Endkapital bis zum Renteneintritt (67 Jahre)
111.674 €
- Eigenbeitrag 37.200 €
- Förderung 12.090 €
- Wertzuwachs 62.384 €
Gerechnet wird mit einer effektiven Rendite von 4,7 % p. a.: 5 % angenommene Rendite abzüglich 0,3 % laufender Depotkosten. Die Kosten sind dabei vereinfacht als pauschaler jährlicher Abzug von der Rendite angesetzt; tatsächliche Kostenstrukturen (Depot-, Fonds- und Transaktionskosten) können hiervon abweichen.
Was heißt das für deine monatliche Auszahlung? (Schätzung)
ca. 517 €/Monat (Alter 67–85)
Vereinfachte Illustration: Das Kapital wird gleichmäßig bis zum 85. Lebensjahr verteilt – ohne unterstellte Rendite in der Auszahlphase. Je nach gewähltem Modell kann ein Teil des Kapitals zurückgelegt werden, um ab 85 eine lebenslange Rente zu finanzieren (Langlebigkeitsschutz); dann liegt die Rate bis 85 niedriger. Ein reiner Auszahlplan endet dagegen mit 85. Die tatsächliche Monatszahlung kann daher abweichen.
Die Auszahlungen sind nachgelagert zu versteuern – erst im Rentenalter mit deinem dann geltenden persönlichen Steuersatz.
Alle Werte in dieser Schätzung sind unverbindlich und beziehen sich nach derzeitigem Stand auf ein Renteneintrittsalter von 67 Jahren.
Mehr zur AuszahlungsphaseVergleich mit ungefördertem Sparplan
Wie viel macht die staatliche Förderung über die Laufzeit aus?
Hinweis: Sämtliche Ergebnisse dieses Rechners – Zulage, Günstigerprüfung, Steuervorteil, Hochrechnung und Auszahlung – sind unverbindliche Schätzungen und keine Zusage. Sie stellen weder eine Steuer- noch eine Anlage- oder Versicherungsberatung dar. Für deine individuelle Situation wende dich bitte an eine:n Steuerberater:in bzw. an eine unabhängige, fachkundige Beratung.
Depot oder Versicherung? Die Produktweiche
Die staatliche Förderung ist in beiden Produktwelten identisch – hier geht es nur um Kosten, Risiko, Garantien und Auszahlform. Beantworte drei kurze Fragen, es gibt kein richtig oder falsch.
Deine Antworten tendieren eher zum Altersvorsorgedepot
Das ist keine Empfehlung, sondern spiegelt nur deine Angaben zu Risiko, Eigenverantwortung und Zeithorizont wider.
Spricht für das Altersvorsorgedepot
- Noch 31 Jahre bis zur Rente: Bei diesem langen Horizont kann eine renditeorientierte, aktienbasierte Anlage ihr Potenzial entfalten – im Depot zu besonders niedrigen Kosten.
- Du möchtest deine Geldanlage selbst steuern, ohne Vermittler:in.
- Du bevorzugst einen flexiblen Auszahlplan statt einer lebenslangen Rentengarantie.
- Niedrige laufende Kosten sind dir wichtig – Neo-Broker-Depots liegen nach aktueller Marktbeobachtung bei ca. 0,2–0,5 % p. a. Gesetzlich vorgeschrieben ist nur der Effektivkosten-Deckel des staatlichen Standarddepots von maximal 1,0 % p. a.; private Versicherungen können auch darüber liegen.
Marktbeobachtung, keine gesetzliche Vorgabe: übliche Kosten 0,2 % – 0,5 % p. a., keine Garantie, flexibler Auszahlplan.
Spricht für die Versicherungslösung
Bei deinem Profil kein starkes Argument in diese Richtung.
Meist mit Garantie, lebenslange Rente möglich; laufende Kosten marktüblich und gesetzlich nicht gedeckelt. Gesetzlich vorgeschrieben ist nur der Effektivkosten-Deckel des staatlichen Standarddepots (1 % p. a.).
Hinweis: Dass sich Kursschwankungen über lange Zeiträume ausgleichen können, gilt für jede aktienbasierte Anlage – auch für eine fondsgebundene Versicherung. Der eigentliche Unterschied zwischen Depot und Versicherung liegt bei den Kosten, der Garantie und der Auszahlform.
FAQ für Selbstständige
Sind wirklich alle Selbstständigen förderberechtigt?
Förderberechtigt sind Selbstständige mit Einkünften nach § 15 oder § 18 EStG, die eine Steuererklärung abgeben. Details zu Sonderfällen regelt der Gesetzestext; im Zweifel hilft eine Steuerberatung.
Lohnt sich das trotz fehlender Kapitalgarantie?
Über lange Zeiträume gleicht die Rendite-Chance eines ETF-Depots Schwankungen meist aus; wer mehr Sicherheit will, wählt ein Garantieprodukt.
Kann ich als Selbstständige:r auch mehr als 1.800 Euro einzahlen?
Ja, bis zu 6.840 € pro Jahr. Direkt bezuschusst werden die ersten 1.800 €; darüber wirkt der Steuerstundungseffekt.
Wie und wann wird mein Guthaben später ausgezahlt?
Die Auszahlung kann nach derzeitigem Stand frühestens ab dem 65. Lebensjahr beginnen – wahlweise als befristeter Auszahlplan oder als lebenslange Rente. Zur Auszahlungsphase
Bekomme ich als Selbstständiger Zulagen?
Ja. Selbstständige sind ab 2027 erstmals unmittelbar förderberechtigt und erhalten dieselbe beitragsproportionale Zulage wie alle anderen – bis zu 540 € Grundzulage pro Jahr.
Wie viel Förderung bekomme ich als Selbstständiger?
50 Prozent auf die ersten 360 € und 25 Prozent auf jeden weiteren Euro bis 1.800 € – maximal 540 € Grundzulage im Jahr.
Kann ich die Beiträge als Selbstständiger von der Steuer absetzen?
Ja, als Sonderausgaben. Das Finanzamt wählt per Günstigerprüfung automatisch den für dich besseren Weg zwischen Zulage und Steuervorteil.
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Für Geringverdiener:innen
Schon ab 120 € Eigenbeitrag pro Jahr gibt es die volle 50-%-Förderquote.
Für Ehepartner
Mittelbare Zulage bis 175 € im Jahr für den nicht erwerbstätigen Partner.
Marcel Knoll
Fachautor für private Altersvorsorge
Ausgebildeter Kaufmann für Versicherungen und Finanzen (IHK), geprüfter Fachwirt für Versicherungen und Finanzen (IHK), Fachmann für Finanzanlagen (DVA) und Bachelor of Arts in Insurance Management (TH Köln). Er bereitet die Regeln der geförderten Altersvorsorge verständlich, neutral und faktenbasiert auf.
Mehr über den AutorHinweis: Alle Angaben ohne Gewähr. Diese Seite bietet weder Steuer- noch Anlage- oder Versicherungsberatung und ersetzt keine individuelle fachkundige Beratung.